Die Standardfrage von nicht-Spinnern :-) "Sind ğdieĞ nicht giftig ?!?"
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(Links oben zwei Klauen der Haut meiner subadulten P. regalis - anklicken zum Vergrößern)
Ich will hier für interessierte, die sich noch nicht mit Vogelspinnen beschäftigt haben, schnell ein Vorurteil aus der Welt schaffen:
Vogelspinnen sind giftig, aber ihr Gift ist für den Menschen nicht lebensgefählich.
Bis heute ist noch kein Fall bekannt geworden, bei dem ein gesunder ausgewachsener Mensch durch einen Vogelspinnenbiss gestorben ist.
(Nachtrag: Nicht bestätigte Ausnahme kann man hier nachlesen.)
Fakten sind:
- Ausnahme zu dieser Regel können Allergiker gegen das Spinnengift sein, wie z.B. einige Menschen toxische Reaktionen auf Bienen- und Wespenstiche zeigen.
- Es kann zu lokalen Hautrötungen und Anschwelungen kommen, krampfartige Lähmungserscheinungen, Schüttelfrost und leichte Schwindelgefühle gelten schon als sehr heftige Reaktionen.
- Asiatische und afrikanische Arten sind etwas giftiger, als Ihre Kollegen aus Amerika.
- Wenn es doch mal zu einem Biss gekommen sein sollte, muß man die Wunde desinfizieren und bei stärkerer Reaktion vom Arzt untersuchen lassen. Dieser wird auch desinfizieren und wenn nötig eine Tetanus-Impfung durchführen. Ein Serum gegen dieses "Gift" gibt es nicht.
- Nicht unterschätzen sollte man die schiere Größe der Klauen (Chelizeren) bei einer ausgewachsenen großen Vogelspinne, diese können bis zu 14 mm Länge erreichen (z.B. bei Thearaphosa blondi). Genau diese Spinne warnt aber auch sehr gut hörbar durch ein Zischen (Stridulationsgerüsche), wenn sie sich gestört fühlt.
- Die urtümlichen VS können ihre Beute vornehmlich durch die reine Kraft Ihrer Klauen töten, giftige Spinnen wie z.B. schwarze Witwen oder Kammspinnen sind wesentlich weiter entwickelt und durchaus für den Menschen gefährlich.
- Weil Vogelspinnen aufgrund ihrer sehr engen Speiseröhre ihre Nahrung äußerlich verdauen und dann aufsaugen (extraintestinal), finden sich an ihren Klauen oft Bakterien, die der Grund einer Infektion nach einem Biß sein können.
- Da das Gift der Vogelspinnen einen schlaffördernden Anteil hat, wird es mitlerweile auch von der Pharmaindustrie als Schlafmittel entdeckt.
- Das Gift bei Warmblütern eine wesentlich geringere Wirkung hat als bei Kaltblütern.
Brenn- oder Reizhaare sind ein weiters sehr effektives Verteidigungsmittel einiger amerikanischer Vogelspinnen - bevor sie überhaupt zubeißen -.
- Diese winzig kleinen Haare mit Wiederhacken sitzen am Hinterleib (Opisthosoma / Abdomen) der Spinnen und werden bei Gefahr mit einer schnellen Reaktion der Hinterbeine förmlich abgestreift und wirbeln dann durch die Luft, wo sie besonders in den Schleimhäuten und Augen schmerzen. Oft genug werden auch die Höhlen der Tiere mit diesen Brennhaaren zur Sicherheit gegen Angreifer ausgekleidet. Nun wurde sogar berichtet, daß eine smithi auch ihren Kokon mit den Haaren bestäubte. Diese Tiere nennt man auch Bombardierspinnen.
- Auch hier sind die Reaktionen bei den meisten Menschen nur einfacher Juckreiz oder ein Brennen, aber es kann in seltenen Allergikerfällen zu Hautausschlägen und Schwellungen kommen.
- Typisches Zeichen dieses Vorgangs sind die kahlen Hautstellen - Glatzen - am Hinterleib der Tiere, welche sich nur durch eine Häutung wieder regenerieren lassen.
Quellennachweis:
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