Tips und Tricks zur Futtertierzucht
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Wenn man sich mit Vogelspinnen beschäftigt muß man sich selbstverständlich auch zwangsläufig
mit dem Futter dieser Tiere auseinandersetzten.
Fast jeder Halter hatte schon einmal unfreiwillig Micro-Heimchen oder -Grillen in den Spinnenterris, will man
aber eine richtige Zucht anfangen, so gibt es einige Dinge zu beachten, die einem die Aufzucht erleichtern:
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Heimchen (Acheta domesticus) und Zweipunktgrillen (Gryllus bimaculatus)
- Haltung: Aquarium mit Deckel aus feinmaschiger Gaze oder Stoff bei 25-30°C Temperatur und 30-40% Luftfeuchtigkeit
- Ausstattung: Eierpaletten und Papierröllchen bieten Lauffläche und bieten den Tieren Deckung (Achtung, Tiere neigen zum Kanibalismuß.
Deswegen sollten Adulte und der Nachwuchs auch immer getrennt aufwachsen).
- Nahrung: Obst, Gemüse, Haferflocken, Brot, Kräuter, Keimweizen, Löwenzahn, Hunde- und Katzentrockenfutter, Pellets für Kaninchen...
- Zucht: Legebehälter mit feuchtem Torf-Sandgemisch
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Wanderheuschrecke (Locusta migratoria)
- Haltung: Aquarium mit guter Belüftung, 28-35°C am Besten durch Spot an einer Zeitschaltuhr, nächtliche Abkühlung fördert die Wiederstandskraft.
- Ausstattung: Zwischenboden aus perforiertem Blech ermöglicht hygienische Haltung, da der Kot durchrieseln kann
- Nahrung: frisches Gras, Weizenkeime, -kleie, -keimschrot, Salat, Tradeskantien
mit häufigem Futterwechsel ist aber Vorsicht geboten, das vertragen die Tiere nicht
- Zucht: 10 cm hohe Legeschale mit leicht feuchtem Torf-Sandgemisch
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Totenkopfschabe (Blaberus craniifer)
- Haltung: Plastikaquarium ab 5l, die Temperatur sollte zwischen 25-30°C liegen und es sollte immer leicht feucht sein.
- Ausstattung: Eine kleine Torfschicht und eine Korkstück zum Verstecken reichen vollkommen.
- Nahrung: Obst und Gemüse, die Tiere sind nicht wählerische Pflanzenfresser.
- Zucht: keine besondere Legeschale nötig, die Tiere legen komplette Eipackete ab.
Waldschabe
- Kann gehalten werden wie die Totenkopfschaben
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| Soweit die Bücher, doch nun ein paar eigene Tips, die bei mir gut funktionieren ;-)
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- Für das Futter bin ich ins Reformhaus gegangen und habe keimfähigen Weizen gekauft (garantiert Bio), dann im Gartencenter düngefreie Auzuchtblumenerde.
Die Erde habe ich dann in leere Heimchenboxen gefüllt und den Weizen ausgesät & leicht angegossen.
Nach ein paar Tagen hat man eine wunderbare kleine Wiese in der Box, die man sehr praktisch
in das Heuschreckenterri stellen kann und wenn es abgefuttert ist gegen ein anderes, frisches austauscht.
Ich habe so immer einige Boxen in Reserve, daß funktioniert wunderbar.
 
- Nun, endlich Frühling, habe ich gleich noch meinen Balkon genutzt und nur noch ein zusätzliches großes Gefäß in der Wohnung.
- Um ein bißchen Abwechslung in den Speiseplan zu bringen habe ich in einer Zoohandlung Kräuterheu für Nager besorgt (gibts in verschiedenen Geschmacksrichtungen ;-) )
Dieses Trockenfutter nehmen die Heuschrecken auch gerne an.
Mitlerweile bekommen Sie auch Kaninchen, Hundetrockenfutter und in einer Zoohandlung habe ich sogar extra Grillentrockenfutter gefunden. Das soll aber nicht die frischen Gemüseanteile erstzen ;-)
- Als Legeschale benutze ich wieder die leeren Heimchenboxen. Mit einem Torf-Sandgemisch leicht feucht funzt auch das sehr praktisch.
- Aus eigener Erfahrung sollte man immer sehr aufpassen, daß einem besonders Heimchen und Grillen nicht entwischen, denn das Konzert was adulte
Männchen loslassen ist in den nächtlichen Stunden einfach nervtötend und unsere Nachbarn haben dann auch evtl. eine gespaltene Meinung
zu unserem Hobby.
- Gerade bei meiner Heimchenzucht ist mir der Kanibalismus stark aufgefallen, da einige Tiere schon fast ausgewachsen waren und über die Kleineren hergefallen sind, insbesondere wenn diese sich häuten!!! Deswegen sind die Versteckmöglichkeiten sehr wichtig. Ich habe aus dicker Pappe Stücke von 10 x 50 cm herausgeschnitten und zu 10 cm Rollen gerollt und diese locker zusammengebunden. Dort finden nun alle Heimchen unterschiedlicher Größe ein Schlupfloch! - Wenn man aber die Möglichkeit mehrerer Aufzucht-Becken hat, so sollte man dies unbedingt nutzen.
- Zu beachten gilt auch, daß man als Zuchtansatz nicht nur sehr wenige Tiere nehmen sollte, die sich dann immer weiter reproduzieren, dann bekommt man nachher aus Ursprungsweibchen A und Männchen B 100-fachen Nachwuchs und verpaart diesen immer weiter... Wenn möglich sollten mehrere adulte Tiere zur Verfügung stehen, oder zumindest von Zeit zu Zeit von außen fremde Tiere zur Zucht dazugegeben werden.
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Nachtrag:
Wer einmal gesehen hat, wie genüsslich eine Blondi sich über eine ausgewachsene Totenkopfschabe hermacht, wird fast keine nackten Mäuse mehr für nötig erachten, an den Schaben ist genug zu knabbern dran ;-)
Allerding macht sich hier meine Avicularia über diese rieseige Schabe her, der Kampf zwischen den Beiden hat fast eine halbe Stunde gedauert... so eine Energie habe ich bei noch keiner Spinne gesehen!
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