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Forensystem des Vogelspinnen InfoCenters >> Vogelspinnen Forum >> Stern TV (Seite 1)

Autor Thema:   Stern TV
Jane
- Mitglied -
Erstellt am: 13. Juli 2000 09:13 Klicken Sie hier, um sich das Profil von Jane anzusehen!   Klicken Sie hier, um Jane eine eMail zu senden!   Beitrag editieren/löschen   Antwort mit Zitat

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Also hallo erstmal,

ich habe mir gestern die o.g.Sendung angeschaut und war milde gesagt erstaunt, als gesagt wurde, daß viele Gifttiere ihr Gift verlieren, wenn sie nachgezüchtet werden, unteranderem auch Vogelspinnen. Als angeblicher Beweis wurde dann versucht einer nachgezüchteten VS das Gift abzuzapfen.

Ich kann mir persönlich nicht vorstellen, daß ein solches Tier, welches sich in jahrtausenddauernder Evolution kaum verändert hat, nach ein-zwei Nachzuchten ihr Gift verliert, da es ja nicht mehr gebraucht wird, ich denke so schnell können Mutationen doch kaum auftreten. Zumindest nur außerst selten und mit Sicherheit doch nicht generell.

Außerdem geht es doch gar nicht einer Spinne wie einer Schlange einfach ihr Gift abzuzapfen, oder täusche ich mich da?

Also irgendwie zweifele ich die Richtigkeit dieser Aussagen an, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.
Wer hat den schon Erfahrungen gesammelt und befreit mich von mein Verwunderung?

Wie auch immer, hoffe mal eine sinnvolle Diskusion angeregt zu haben.


CU Jane!!

Andreas M
- Mitglied -
Erstellt am: 13. Juli 2000 09:33 Klicken Sie hier, um sich das Profil von Andreas M anzusehen!   Klicken Sie hier, um Andreas M eine eMail zu senden!   Beitrag editieren/löschen   Antwort mit Zitat

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Leider habe ich die Sendung verpasst.
Hat jemand sie auf Video und kann sie mir kopieren und zuschicken ?
Die Behauptung, das giftige Tiere durch Nachzüchten ihr Gift verlieren...wurde das echt in der Tat so gesagt? Das ist natürlich Humbug hoch zehn. Es klingt ein wenig nach Lamarck'scher Evolutionstheorie.
Der angebliche Beweis mit der Vogelspinne ist lächerlich. Was Erfahrungen anbetrifft: ich wette, das hier im Forum mehrere Leute sind, die schon mal von einer VS gebissen wurden. Ohne Gift gäbe es höchstens eine Schmerzreaktion und lokale Entzündung der Wunde. Aber erst kürzlich hat Silvio Kessmann hier im Forum einen Biss und seine Folgen sehr detailliert dargestellt. Soviel also mal dazu.
Im allgemeinen Forum ist auch ein Posting zu der Sendung: Eben in "Stern TV" auf RTL gesehen:
"Ein Beitrag über Gifttiere, bei dem die Tiere durchweg positiv rübergekommen sind. Aufhänger waren die Gifte dieser Tiere in der Forschung, erlä ert von einem seriös und sympathisch wirkenden Forscher, der die ganze Zeit über mit einer Vogelspinne schmuste, Tiere waren im Studium, Jauch war auch recht tapfer ;e und der Forscher hat Vorurteile abgebaut: Dass VS ihre Giftigkeit fast abgelegt hätten; Stich weniger gefährlich als Insektenstich, ein Pandinus imperator wurde als harmloser Scherenbenutzer erklärt, eine Viper als angriffsunlustig. Ein Giftschlangenhalter wurde auch vorgestellt, der eine allergische Reaktion erlitten hatte, aber auch hier war die Darstellung nirgends negativ eingefärbt, der Halter wurde äußerst seriös rübergebracht.
Sehr angenehm aufgefallen ist mir, dass endlich einmal in einer vielgesehenen Sendung klargestellt wurde, dass WEITAUS mehr Menschen in Deutschland an Bienenstichen sterben als an irgendwelchen anderen Gifttieren und man mit diesen "Kaum je einmal zu tuen hat".

...VS ihre Giftigkeit fast abgelegt hätten...das waren sie ja auch nie, ihre Giftdrüsen sind sehr klein. Und..wurde wirklich n "STICH" gesprochen ? Oder hat sich Henning da in seinem Posting verschrieben.
Wie gesagt, wenn das wer aufgenommen hat...ich würde mir es gerne mal ansehen

Grüsse
AndreasM

Henning
- Mitglied -
Erstellt am: 13. Juli 2000 09:51 Klicken Sie hier, um sich das Profil von Henning anzusehen!   Klicken Sie hier, um Henning eine eMail zu senden!   Beitrag editieren/löschen   Antwort mit Zitat

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Hallo,

Also, dass mit dem "Stich" geht wahrscheinlich auf mein Fehlerkonto...
Sorry, war schon spät und ich habe keine Spinnen, sondern Skorpione, etwas vermixt- peinlich.

Die nachlassende Giftigkeit bei Nachzucht bezog sich auf Pfeilgiftfrösche, nicht auf Gifttiere allgemein, auch nicht speziell auf VS. Bei Pfeilgiftfröschen habe ich auch gehört, dass das stimmen soll. Die Überleitung zum Thema Pfeilgiftfrösche war aber zugegebenermaßen etwas verwirrend- Sinngemäß etwa so:

Forscher zeigt Beißinstrumente einer VS; "es ärgert ihn, dass seine VS kein Gift mehr gibt" (warum das so ist wurde nicht gesagt), dann kamen die Frösche; "auch die geben kein gift mehr, weil..."

Die "abgelegte Giftigkeit" bezog sich auf die Evolution, in deren Verlauf die Tiere eben ihre scheinbar bei Vorfahren vorhandene Giftigkeit abgelegt hätten.

Andreas M
- Mitglied -
Erstellt am: 13. Juli 2000 10:26 Klicken Sie hier, um sich das Profil von Andreas M anzusehen!   Klicken Sie hier, um Andreas M eine eMail zu senden!   Beitrag editieren/löschen   Antwort mit Zitat

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Henning, wie war der Name des Forschers. Weisst Du´s noch ?

AndreasM

Micha
- Mitglied -
Erstellt am: 13. Juli 2000 11:05 Klicken Sie hier, um sich das Profil von Micha anzusehen!   Klicken Sie hier, um Micha eine eMail zu senden!   Beitrag editieren/löschen   Antwort mit Zitat

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Hallo Andreas und Henning,

wenn die Frösche ihre Giftigkeit im Terri verlieren hat das aber nichts mit Evolution zu tun, sondern liegt daran, daß die Frösche in der Natur ihr Gift aus Beutetieren (Termiten u.ä.) beziehen.
Für genaue Infos wird sich bestimmt Martin Huber zu Wort melden. Oder schaut gleich in sein Posting, ist echt interessant.


Gruß Micha

[Dieser Beitrag wurde von Micha am 13. Juli 2000 editiert.]

Andreas M
- Mitglied -
Erstellt am: 13. Juli 2000 11:38 Klicken Sie hier, um sich das Profil von Andreas M anzusehen!   Klicken Sie hier, um Andreas M eine eMail zu senden!   Beitrag editieren/löschen   Antwort mit Zitat

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Ja, sowas in der Art dachte ich mir.
Es gibt z.B. auch Meeresschnecken, die Nesseltiere verspeisen und deren Verteidigungsarsenal übernehmen.

Grüsse
Andreas

Straussl
- Mitglied -
Erstellt am: 13. Juli 2000 11:43 Klicken Sie hier, um sich das Profil von Straussl anzusehen!   Klicken Sie hier, um Straussl eine eMail zu senden!   Beitrag editieren/löschen   Antwort mit Zitat

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Hallo zusammen,

ich habe den Beitrag gestern auch zufällig gesehen und muß sagen, daß es seit langem mal wieder einer war, bei dem man merken konnte, daß die Person zumindest eine Ahnung davon hat, was sie erzählt hat.

Das mit den Pfeilgiftfröschen hat Micha ja schon erklärt. Bei der Vogelspinne hat es sich glaub um eine B. smithi gehandelt. Laut der Aussage des Profs (Merb oder so ähnlich, irgendein Institut/Uni in Frankfurt)hat sie ihr Gift aber nicht durch die Evolution verloren, sondern weil sie schon ziemlich alt war bzw. einfach einen genetischen Defekt oder was ähnliches hatte.

Interessant fand ich aber die Tatsache, daß unsere heimischen Igel scheinbar gegen die meisten Schlangengifte immun sind. eiß da jemand was genaueres?

Schönen Gruß
Straussl

Henning
- Mitglied -
Erstellt am: 13. Juli 2000 12:17 Klicken Sie hier, um sich das Profil von Henning anzusehen!   Klicken Sie hier, um Henning eine eMail zu senden!   Beitrag editieren/löschen   Antwort mit Zitat

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Hallo, naja, Ahnung von dem, worüber er redet wird er wohl haben müssen, schließlich verdient er damit sein Geld:

Prof. Dr. Dietrich Mebs vom Zentrum der Rechts(!)medizin.

Näheres: http://www.witrans.uni-frankfurt.de/Forschungsbericht/f21/i80/p847/prof.htm

[Dieser Beitrag wurde von Henning am 13. Juli 2000 editiert.]

Jane
- Mitglied -
Erstellt am: 13. Juli 2000 15:29 Klicken Sie hier, um sich das Profil von Jane anzusehen!   Klicken Sie hier, um Jane eine eMail zu senden!   Beitrag editieren/löschen   Antwort mit Zitat

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Also, ich habe den Teil der Sendung aufgenommen und schaue nochmal rein, ob er tatsächlich gesagt hat, daß sich der Verlust der Giftigkeit nur auf die Pfeilgiftfrösche bezog oder nicht. Bin auch gerne bereit, Kopien zu verschicken.

Moritz B.
- Moderator -
Erstellt am: 13. Juli 2000 18:11 Klicken Sie hier, um sich das Profil von Moritz B. anzusehen!   Klicken Sie hier, um Moritz B. eine eMail zu senden!   Beitrag editieren/löschen   Antwort mit Zitat

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Hallo Jane

<<Außerdem geht es doch gar nicht einer Spinne wie einer Schlange einfach ihr Gift abzuzapfen, oder täusche ich mich da?>>

Du täuschst Dich . Bücherl, 1996 beschreibt ziemlich genau wie er das gemacht hat. (Für alle die das Büchlein haben: auf S. 52 ist eine Abbildung der "VS-Melkmaschine" und auf S.79ff beschreibt er seine Experimente mit VS-Giften.) Überhaupt ist das ganze Büchlein äusserst interessant.

Gruss Moritz


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MöR's Chrabbelparadies.

ZooRobby
- Mitglied -
Erstellt am: 13. Juli 2000 19:48 Klicken Sie hier, um sich das Profil von ZooRobby anzusehen!   Klicken Sie hier, um ZooRobby eine eMail zu senden!   Beitrag editieren/löschen   Antwort mit Zitat

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Ich habe auch die Sendung gesehen. Prof. Dr. Dietrich Mebs, Toxikologe der Uniklinik Ffm., hat seine Aussage, daß Tiere in Gefangenschaft ihre Giftigkeit verlieren, allgemein gehalten. Ich weiß auch nur von Pfeilgiftfröschen, die harmlos werden, weil sie nur in der Natur Insekten fressen, die zuvor Pflanzengifte aufgenommen haben. Ein kleinr Fehler hat sich da in die Aussage des Schlangenhalters eingeschlichen: Es kam so rüber, als ob er Vipera ammodytes zu den gefährlichsten Giftschlangen auf der Erde rechnet. Natürlich meinte er das auf Europa bezogen (wenngleich Daboia lebentia, die Levanteotter,ein noch potenteres Gift besitzt).
Warum Dr. Mebs bei Bißunfällen prinzipiell alle vom Laien durchgeführten Erste-Hilfe-Maßnahmen ablehnt, ist nachvollziehbar. Doch vorübergehendes Abbinden des betroffenen Körperteils bis ärztliche Versorgung einsetzt, ist - denke ich - empfehlenswert.

ZooRobby
- Mitglied -
Erstellt am: 13. Juli 2000 19:59 Klicken Sie hier, um sich das Profil von ZooRobby anzusehen!   Klicken Sie hier, um ZooRobby eine eMail zu senden!   Beitrag editieren/löschen   Antwort mit Zitat

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Ich hab's. Der Name Mebs war mir gleich bekannt, ein Buchautor dachte ich. Nun weiß ich auch welches Buch er verfaßt hat. Ein überaus dicker Schinken. Da kann ich mich dem Buchhändler, Herrn Brahm, nur anschließen: "Gifttiere - ein Handbuch für Biologen, Toxikologen, Ärzte und Apotheker (Stgt. 1992, 272 S.): Das populäre Standardwerk über Gifttiere mit schönen Photographien und einem spannend zu lesenden, wissenschaftlich fundierten Text." Allerdings wird der Geldbeutel um knapp 150,-DM leichter.

Peter Eiermann
- Mitglied -
Erstellt am: 14. Juli 2000 00:49 Klicken Sie hier, um sich das Profil von Peter Eiermann anzusehen!   Klicken Sie hier, um Peter Eiermann eine eMail zu senden!   Beitrag editieren/löschen   Antwort mit Zitat

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Ich weiss zwar nichtmehr wo, aber ich habe auch schon gelesen, dass Pfeilgiftfrösche in Gefangenschaft ihre Giftproduktion einstellen. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass Frösche ihre Körperfunktionen so gut im Griffhaben.

Micha
- Mitglied -
Erstellt am: 14. Juli 2000 10:59 Klicken Sie hier, um sich das Profil von Micha anzusehen!   Klicken Sie hier, um Micha eine eMail zu senden!   Beitrag editieren/löschen   Antwort mit Zitat

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Hallo Peter,

das hat auch nichts mit Körperfunktion zu tun, da die Frösche das Gift nicht produzieren, sondern aufnehmen. Wenn sie die giftige Nahrung nicht mehr bekommen tragen sie logischerweise auch kein/weniger Gift in sich.


Gruß Micha

Juergen Steinen
- Mitglied -
Erstellt am: 15. Juli 2000 10:34 Klicken Sie hier, um sich das Profil von Juergen Steinen anzusehen!   Klicken Sie hier, um Juergen Steinen eine eMail zu senden!   Beitrag editieren/löschen   Antwort mit Zitat

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So, nochmal zum Thema Pfeilgiftfrösche.
In dem Büchlein "Pfeilgiftfrösche" von Ralf Heselhaus steht folgendes zum Verlust der Giftigkeit am Beispiel von Phyllobates terribilis: (ich zitiere) "Zu unserem Glück läßt die Giftigkeit dieser Art während der Terrarienhaltung stark nach. Nach nur einem Jahr sind die Tiere nur noch halb so giftig, und Nachzuchten dieser Giftbrocken weisen nach Untersuchungen von Wissenschaftlern keine Spuren des tödlichen Giftes mehr auf (vergl. Zimmermann 1985a)"
Zum Gift selbst folgendes:" Tatsächlich verfügt Phyllobates terribilis über die stärksten nichteiweißhaltigen Gifte, die wir kennen. Die Wissenschaft hat diese Hautgifte analysiert und festgestellt, daß ein einziger P. terribilis genügend Batrachotoxin und Homobatrachotoxin aufweißt, um 20000 Mäuse oder zehn Menschen zu töten"
An anderer Stelle: "Das hochgiftige Batrachtoxin bewirkt als Nervengift eine irreversible Blockade der motorischen Endplatten r Nervenfasern, wenn es in ausreichender Dosis in den Blutkreislauf gerät. Der Tod tritt dann durch Muskel- und Atemlämung ein. Bei P. terribilis kann es nach Myers und Daly schon gefährlich sein, den Frosch in die Hand zu nehmen (Eindringen des Giftes durch Hautporen?)"

Naja...hatte jetzt nun wenig mit VS zu tun, war aber vielleicht doch mal interessant.

Gruß Jürgen

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